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Zielonaja Dubrava / Zentral-Russland
Im Jahre 1997 besuchte ich in Begleitung meines Mannes das Leprosorium in Zielonaja
Dubrava bei Siergiev Posad zum erstenmal. Es geschah ganz zufällig. Wir nahmen an der
Jubiläumsfeier im Terski Leprosorium teil. Unser Rückflug von Mineralnyje Wody nach
Deutschland führte über Moskau. So bot sich die Kontaktaufnahme mit den Leprakranken bei
Moskau förmlich an. Es reichten Telefonate der russischen Leprologen aus, um uns in
Zielonaja Dubrava anzukündigen. Ein Wagen vom Leprosorium wartete auf uns schon am Flughafen
in Moskau. Prof. Goloshjapov , Direktor des Leprosoriums, nahm uns freundlich auf. Er zeigte
uns das Gelände und erzählte uns von den breiten Kontakten, die er mit den Moskauer
Universitäten pflegt. Die Studenten der medizinischen Fakultät werden - zu meinem großen
Erstaunen - in Zielonaja Dubrava mit dem Krankheitsbild der Lepra vertraut gemacht und dazu
unterrichtet.
Die Kranken selbst waren recht schüchtern. Im Gespräch mit dem Direktor wurde mir klar,
dass medizinische und allgemeine Hilfsmittel dringend notwendig und willkommen waren. Doch
spezifische Medikamente wollte man auf keinen Fall, da Prof. Goloshjapov sich selbst mit der
Produktion von antileprösen Medikamenten befasst, die seines Erachtens die besten
weltweit sind.
Auf meine eindringlichen Fragen gaben die Patienten an, warme Jacken, Schuhe und Milch zu
vermissen.
Ich war sehr erstaunt, als ich von den Leprakranken erfuhr, dass sie aus verschiedenen
Gebieten Russlands nach Zielonaja Dubrava gebracht wurden. Die Patienten kamen zum Teil
aus den Grenzgebieten des Baltikums oder sogar aus Gebieten, die bis zum Pazifischen Ozean
reichten. Laut Prof. Goloshjapov befanden sich zu diesem Zeitpunkt 122 Patienten im Leprosorium.
Das Versprechen, Hilfsgüter zu schicken, habe ich 1998 eingelöst.
Ein voll beladener Sattelschlepper rollte aus Dinslaken nach Zielonaja Dubrava. Es sollte
ein Zeichen der Hoffnung für die Leprakranken sein, ein Zeichen dafür, dass sie in ihrem
trostlosen Leben nicht allein gelassen sind.
Im Jahre 2000 folgte der nächste Besuch bei den Leprakranken in Zielonaja Dubrava. Es stand
noch die Schuhversorgung aus. Zufällig fuhr ein orthopädischer Schuhmacher mit uns. Er
half uns, die Maße der verkrüppelten und verstümmelten Füße der Kranken korrekt abzunehmen
und eine orthopädische Versorgung einzuleiten.
Im Jahre 2002 gelang es zum dritten Mal, die Kranken zu besuchen. Es sind nur noch 20 von
den Leprakranken übrig geblieben, da viele von ihnen auf eigenen Wunsch in andere russische,
bzw. Zentral-Asiatische Leprosorien verlegt wurden.
Es war für uns eine große Freude, die strahlenden Gesichter der Leprakranken beim Verteilen
der neuen Schuhe zu sehen. "Das ist für uns ein königliches Geschenk", sagten die
Leprakranken glücklich.
2009
Der Nachfolger von prof. Goloscapov ist Dr.Aleksiej Kubanow. Er befasst sich mit den noch vor Ort gebliebenen Leprakranken
und mit der Produktion von immunologisch wirksamen Medikamenten. Dr. Kubanow nahm zweimal mit einigen seiner Mitarbeiter teil an
unseren Leprakonferenzen, zuletzt an der Leprakonferenz im Terski-Leprosorium, Kaukasus, 2007.
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