Lepra- u. Tuberkulosehilfe Dinslaken  
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Usbekistan - Muinak


Die Ambulanz in Muinak befindet sich im Katastrophengebiet am Aralsee.
Noch vor 20 Jahren war Muinak eine Insel. Jetzt ist es ein Festland.

Wir standen am Ufer des Aralsees und blickten in die Tiefe. Statt flutender Wellen sahen wir aber eine Wüstenlandschaft. Mühelos konnte man auf dem Grund des noch vor ca. 20 Jahren dort existierenden Aralsees spazieren und fotografieren. Die Ärzte aus Muinak erzählten uns, dass sie hier sehr oft gebadet hatten.

Aralsee

Die Leprakranken warteten geduldig vor der Ambulanz. Einzeln wurden sie aufgerufen und untersucht.
Die Menschen wirken hier recht distanziert und trocken, sogar streng, so wie das Land auch kahl, trocken und rau ist. Erst bei näherem Kontakt, wenn sie überzeugt sind, dass man in freundschaftlicher Absicht zu ihnen kommt, sind sie sehr gastfreundlich, liebevoll und sehr offenherzig.
Z.B. mussten wir uns beim Betreten des Krankenhauses mit unseren Pässen beim Chefarzt ausweisen, danach hielt er uns eine lange Rede über das ökologische Katastrophengebiet (Austrocknung des Aralsees) und die Probleme, die mit dem Betreten des Gebiets für Fremde entstehen können. So streng und formal, ja geradezu kalt wie der Empfang war, so fast überschwänglich gastfreundlich war am Ende der Abschied.
Wir fuhren von Muinak zurück Richtung Nukus. Der Chefarzt des Krankenhauses begleitete uns. Er fuhr mit seinem Wagen vor uns her. Nach ca. 1 km stoppte er.
Wir mussten auch aussteigen. Er verabschiedete sich noch mal von uns und zwar auf karakalpakische Art . mit Brot, Salz und Wodka. Dieser Vorgang wiederholte sich noch zweimal, und stets mussten wir stehen bleiben, aus dem Wagen aussteigen, und uns von ihm von Neuem verabschieden, Brot und Salz zu uns nehmen und keinesfalls den Wodka vergessen.
Die Freundschaft mit den uns bekannten karakalpakischen Ärzten ist von Dauer!

In Karakapakstan verbrachten wir zwei Wochen in der Hoffnung, den Sattelschlepper, der aus Dinslaken kommen sollte, vor Ort in Empfang nehmen zu können.
Jeder Tag war mit Arbeit gefüllt. Jeden Abend warteten wir auf den Sattelschlepper, leider vergebens. Die innere Spannung wurde für uns immer unerträglicher. Die Nächte waren durch Alpträume schwer zu ertragen. Ich stellte mir die schlimmsten Geschichten vor, dass z.B. der Sattelschlepper gestohlen und der Fahrer umgebracht wurde...
Um nicht Zeit zu verlieren, entschlossen wir uns, einen Wagen samt Fahrer zu mieten und in Richtung Süd-Ost über die Karakum - Wüste nach Samarkand zu fahren, da sich das usbekische Leprosorium Bachmal einige km von dieser bekannten Stadt befindet. Unterwegs haben wir zweimal eine Autopanne erlebt, es mussten kleine Reparaturen in der Wüste durchgeführt werden. Es waren für mich angstvolle Augenblicke. Der Fahrer war aber - Gott sei Dank - in der Lage, diese Defekte selbst zu beheben.


   
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