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Armenien
Im September 2000 besuchte ich in Begleitung meines Mannes Leprakranke in drei Ländern: in
Aserbaidschan, in Georgien und in Armenien.
Armenien erreichten wir mit einem Taxi-Minibus, denn es gab für Touristen zwischen Tiflis
und Erewan keine regelmäßigen Flugverbindungen. So mussten wir in Tiflis eine andere
Reisemöglichkeit suchen.
Nicht ohne Angst stieg ich in dieses für mich eigenartige Taxi ein. Wir handelten den
Preis aus, da wir alleine nach Erewan reisten. Frau Dr. Lali, die Chefärztin für
Dermatologie in Georgien, notierte die Personalien und die Pass - Nummer des Fahrers.
"Sicherheitshalber", sagte sie, "falls Probleme auftauchen..."
Wir fuhren los. Nach einigen Minuten fragte der Fahrer, ob er seine Familie auch mitnehmen
dürfte. Natürlich waren wir damit einverstanden.
Er hielt an und sofort stiegen 6 Personen mit einer Reihe von Koffern, Taschen und
diversen Paketen in unseren Kleinbus ein. Es war uns klar, dass es Reisende so wie wir
waren.
Der Weg führte mit vielen Kurven über die Berge des Kaukasus, entlang an steilen, nicht
abgesicherten Abgründen auf der einen Seite und steilen Bergwänden an der
anderen Seite.
In manchen Augenblicken musste ich ganz mächtig meine Angst unterdrücken.
Wir kamen jedoch ohne bösen Zwischenfälle in der Hauptstadt Armeniens an.
Prof. Babajan, der uns seit 1999 sehr gut von der Konferenz der zentralasiatischen
Länder 1999 in Almaty bekannt war, begrüßte uns sehr herzlich.
Er betreute uns während unseres gesamten Aufenthaltes in Armenien.
Im Institut für Dermatologie in Erewan konnten wir den Lepraarzt, Herrn
Oganesian Samwiel Aschotowitsch, kennen lernen, der für
die 14 ambulanten Leprakranke und die 20 Patienten, die sich stationär in ausländischen
Leprosorien befanden, zuständig war.
Prof. Babajan organisierte eine Konferenz für die Dermatologen des Instituts, um mir die
Möglichkeit zu geben, über die aktuelle Diagnostik und Therapie der Lepra zu berichten.
Als Besonderheit des Instituts fand ich Moulagen der Leprasymptomatik, die 1920 in Erewan
angefertigt wurden.
Gemeinsam mit dem Armenischen Lepraarzt, Herrn Oganesjan Samwiel Aschotowitiz, untersuchte
ich die ambulanten Leprakranken in ihren Privatwohnungen.
Sie waren sehr freundlich, sprachen offen über ihre Lepraproblematik und freuten sich über
die vom Deutschen Aussätzigen Hilfswerk (DAHW) gespendeten Medikamente.
Wir versprachen auch die Kontakte zu den Armenischen Leprakranken im Ausland aufzunehmen,
um die Untersuchung ihrer Kontaktpersonen in Armenien zu ermöglichen. Eine Zusammenarbeit
mit dem DAHW wurde 1999, während der o.g. Konferenz vereinbart.
Die Reise nach Armenien war sehr beeindruckend und auch sehr lehrreich für uns.
Die Rückkehr erfolgte wieder mit dem uns schon bekannten Taxi- Minibus nach Tiflis und
dann weiter über Aserbaidschan nach Deutschland.
2009
Der Kontakt zu Armenien ist fortlaufend gut. Der Leprologe des Landes, Dr. Oganesian Samwiel, nahm an den Schulungskonferenzen
in Astrachan - Therapie-Konferenz (2003) und Reha-Konferenz (2005) - teil. Im Jahre 2008 präsentierte Prof. Karen Babayan die
Situation der Lepra in Armenien am Welt- Leprakongress in Hydarabad, Indien. Seine hervorragenden Kenntnisse der englischen
Sprache waren in Indien besonders gefragt.
Aktuell laut Prof. Babayan ist Armenien, nach der erfolgreich abgeschlossener MDT Therapie der 17 ambulanten Leprakranken, leprafrei.
Die 20 stationär im Ausland sich befindender Patienten wurden hier nicht genannt.
Kontrolluntersuchungen der Kontaktpersonen sind weiter erforderlich, da die Inkubationszeit bei Lepra sich bis zu 40 Jahren erstreckt.
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